Deutschland sucht den Supertrottel

Kommentar

Am Samstagabend war es wieder soweit: Bohlen suchte samt Gefolgschaft nach RTLs neuem Superstar und gab somit erneut zahlreichen Gesangskünstlern die alljährliche Chance, sich vor 7 Millionen Zuschauern zu blamieren.

Eines Tages viel Geld verdienen, sein Gesicht auf den wichtigsten Titelblättern Deutschlands bewundern und große Hallen füllen. Damit lockt eine der größten Unterhaltungsshows Deutschlands Jahr für Jahr etliche tausende Menschen vor die Kameras.

Was die Leute bewegt, sich zum Gegenstand des öffentlichen Fremdschämens zu machen, ist dabei äußerst fraglich und wird für den größten Teil der Menschheit wohl auch immer ein Geheimnis bleiben.

Die strippende Julia

So hat die angehende Mathematik- und Anglistik-Studentin Julia (23) nichts zu bieten außer einem weit übersteigerten Selbstbewusstsein und einer Stimme, die im Zuhörer das Verlangen nach der „Mute-Funktion“ im Fernsehen aufkommen lässt. „Vom Aussehen und Gesang bin ich auf jeden Fall überdurchschnittlich talentiert“, ließ sie die Zuschauer wissen, schon bevor diese ihren Auftritt inklusive Striptease vor der Jury ansehen mussten.

Doch was bewegt junge Menschen ohne jegliches Gesangstalent dazu, den Schritt in die Öffentlichkeit zu unternehmen? Hat Julia keine Familie, Freunde oder Spiegel? Schon eines der drei hätte wahrscheinlich gereicht, um ihr klar zu machen, dass sie von ihren Vorbildern Britney Spears und Taylor Swift so weit entfernt ist wie RTL von seriöser Abendunterhaltung.

Der von Gott Gesandte

Doch die Show hatte noch mehr zu bieten als die strippende Julia. Norman, der nach eigener Aussage durch Gott zu DSDS geführt wurde - leider weder mit Rythmusgefühl noch mit Stimme gesegnet.

Ganz im Gegensatz dazu, die schon aus der letzten Staffel bekannte siebzehnjährige Kim, die zwar durch ihre tiefschwarzen Haare und das mit Make-up zugekleisterte Gesicht eher gewöhnungsbedürftig wirkte, doch dann mit einer ganz passablen Stimme überzeugte. Bohlen sah es positiv: RTL spart eine Menge Geld an Schminke, da sich Kim ja selber schminkt.

Nur die wenigsten kommen weiter... Und schnell wird klar: Das ist auch gut so! Am kommenden Mittwoch geht es weiter mit der nächsten Folge und garantierten Lachanfällen – denjenigen, der einschaltet, erwartet eine Unterhaltungsshow – nicht mehr aber auch nicht weniger!

Autor: Isabelle Obladen


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