E Capella bringt Bonn zum Beben

23.Oktober 2011


 

Die Gruppe „JuiceBox“ zelebriert bei ihrem ersten Auftritt in Bonn A Capella par exellence und begeistert dabei das Publikum beim Pantheon A Capella-Festival 2011.

 

Ein Beitrag von Ronny Bittner

 

Fotograf: Lars Schade | Quelle: juicebo-x.de

Fotograf: Lars Schade | Quelle: juicebo-x.de

Oftmals wird der A Capella-Musik Unrecht damit getan, wenn man sie auf ein komödiantisches, andere Musik mit Stimmen bloß imitierendes Niveau reduziert. Wie falsch man mit diesem Standpunkt liegen kann, haben JuiceBox mehr als eindrucksvoll im Bonner Pantheon demonstriert.

Auffällig sind bei dieser Gruppe vor allem die schier endlose Bandbreite von Stilen und Stimmungen. Abseits allen Mainstreams vermischt das Sextett in seinem Programm von Jazz über Soul, Swing, Seemannsliedgut bis hin zu afrikanischen Klängen und basslastigen Clubsounds alles, was sich das Publikum bloß wünschen kann. Nicht selten ist es im vollen Zuschauerraum während der Stücke derart leise, dass man dort ohne die Musik eine Stecknadel fallen hören könnte.

Alle Stücke der Gruppe entspringen ihrer eigenen Feder und entziehen sich damit dem Vergleich etwaiger Vorlagen – ein Problem, mit dem andere A Capella-Gruppen oftmals zu kämpfen haben. JuiceBox gehen ihren eigenen Weg und stellen ein Programm aus traurigen („Home Sweet Home“), fröhlich-mitreissenden („Catch Your Love“) und rockigen („On My Own“) Songs zusammen.

Unvergleichlich ist dabei auch der aus den sechs Kehlen entstehende Sound.Das ein oder andere Mal möchte man die Bretter der Bühne aufstemmen, um nach den Instrumenten und Effektgeräten zu suchen, die für dieses Soundspektakel verantwortlich sind. Ob stampfende Technobeats, repetitive Samples oder kreischende E-Gitarren -  es scheint nichts zu geben, was diese Gruppe nicht mit ihren Stimmbändern anzustellen vermag. Statt A Capella scheint der Begriff E Capella für diese Gruppe teilweise passender.

Auch sprachlich zeigt sich die Gruppe vielseitig, wenn sie auf Französisch die Liebe oder auf Finnisch den Wind besingt. Alle Stücke, die teilweise von ihrem 2010 erschienenen Album „Cryptic Little Notes“ stammen, werden gleichermaßen mit Präzision und Hingabe dargeboten. Die Choreographien sind unaufdringlich locker und mitreissend. Auf das Bonner Publikum springt der Funke recht schnell über, die erste Reihe zeigt sich zudem überaus textsicher.

Nach über zwei Stunden und zwei Zugaben wird die Gruppe unter tosendem Applaus in die Nacht entlassen. Zuschauern wie Musikern ist der Spaß an diesem Abend sichtlich anzumerken und es wird wahrscheinlich nicht der letzte Auftritt von JuiceBox in Bonn gewesen sein.

Links:

JuiceBox

Pantheon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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