Eigene Bibliothek im Taschenbuchformat
© amazon.com / sony.de
EBooks (electronic books) sind den meisten Menschen ein Begriff, auch wenn sie nur von vergleichsweise wenigen Leuten genutzt werden. EBooks sind elektronische Bücher, die sich auf einem Laptop oder PDA lesen lassen. Alternativ dazu wurde ein spezielles taschenbuchgroßen Lesegerät entwickelt: der sogenannte eReader.
„Der eReader ist sozusagen die elektronische Bibliothek für die Handtasche“, beschreibt Sony Pressesprecher Marthe Leppin die neuen Geräte. Bereits im Oktober 2008 haben Sony und Amazon ihre neusten Modelle unter den eBook Readern vorgestellt: der Amazon Kindle und der Sony Reader PRS-505. Während Sony den Reader bereit letztes Frühjahr auf den deutschen Markt brachte, zieht nun auch Amazon mit dem Kindle nach.
Eine Meinungsumfrage bei dem Onlinebuchhandel Amazon ergab, dass ein Großteil der Buchleser durchaus daran interessiert sei, ein eBook zu lesen. Jedoch weniger als die Hälfte wären auch bereit sich einen eReader zu kaufen. „Mir würde einfach der Geruch fehlen und das Gefühl jede einzelne Seite umblättern zu können“, sagte Amazon-Nutzerin Jennifer Wolfram. „Ich kann mir nicht vorstellen abends mit einem eReader ins Bett zu gehen.“
Der Sony Reader PRS-505 ist kleiner und schmaler als sein Konkurrent, der Amazon Kindle. Das größere Format des Amazon Kindle ist auf eine Tastatur zurück zu führen, die es dem Lesenden ermöglicht sich Randnotizen zu machen. Dazu können die Nutzer des Kindle sich jederzeit auch unterwegs Texte auf den Reader laden. Der Kindle hat nicht nur eine Verbindung zu der Online-Bibliothek von Amazon, sondern auch zu der Internet-Enzyklopädie Wikipedia und einem Wörterbuch.
Zusätzlich zu Büchern lassen sich Zeitungen und Zeitschriften abonnieren, die jedoch wie die Bücher kostenpflichtig sind. Der PRS-505 hat diese Funktionen nicht. Er lässt sich ausschließlich über den Laptop bespielen. Dagegen unterstützt er mehr Dateiformate.
Die neuen eReader von Sony und Amazon bedienen sich beide der e-Ink (electronic ink) Technologie, einer sogenannten elektronischen Tinte. Das Display hat keine Hintergrundbeleuchtung und bietet somit einen ähnlichen Effekt, den ein gedrucktes Buch hat. Die Augen ermüden beim Lesen nicht so schnell.
Damit wird auch die Akkulaufzeit der Geräte um ein beträchtliches Maß vergrößert. Denn der Reader verbraucht nur Strom, sobald eine Seite umgeblättert wird. Das e-Ink Display weißt jedoch einen entscheidenden Nachteil auf. Der Aufbau einer neuen Seite dauert einige Sekunden, was den Lesefluss stark beeinflusst. Bei Bildern ist die Wartezeit noch länger.
In Amerika feierten die neuen e-Ink Reader bereits erste Erfolge. So soll alleine das Amazon Kindle innerhalb von einem Jahr etwa 250.000 Mal verkauft worden sein. In Deutschland könnte jedoch die Pflicht eines Festpreises für Bücher die neue Technologie im Keim ersticken.
Auch wenn eBooks in Zukunft günstiger bleiben als gedruckte Bücher, werden diese nicht in absehbarer Zeit verschwinden. „Mein gedrucktes Werk lässt sich viel besser verkaufen, als das eBook, obwohl dies günstiger ist“, bestätigt Autorin Monika De Giorgi.
EBooks gibt es bereits seit Anfang der Neunziger Jahre. Kommerziell vermarktet wurden sie allerdings erst zwischen 1999 und 2000. Kurz darauf erschienen auch die ersten eReader, die sich jedoch nicht durchsetzten konnten. Jetzt hoffen die eBook Hersteller Amazon und Sony mit der e-Ink Technologie einen neuen Anfang zu starten.
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