Kultur

MenschMikrobe

30.Juli 2010


Eine Interaktive Sonderausstellung im Bonner Museum König

Ausstellung MenschMikrobe

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Wer das Zoologische Forschungsmuseum Alexander König bereits besucht hat, weiß um das besondere Flair der Räumlichkeiten bestens Bescheid.
Bis einschließlich 17. Oktober 2010 kann sich der Besucher auf eine Zeitreise in die Welt der Mikrobiologie begeben. „MenschMikrobe“ lädt ein, dass Erbe Robert Kochs zu erkunden und in die Welt der modernen Infektionsforschung einzutauchen.

Auch hundert Jahre nach dem Tod des Mediziners und Mikrobiologen Robert Koch, dem 1905 für die Entdeckung des Erregers der Tuberkolose der Medizin-Nobelpreis verliehen wurde, nehmen Infektionskrankheiten eine herausragende Rolle in der klinischen Medizin und Forschung ein.
Laut Expertenangaben lässt sich jeder dritte Todesfall auf eine Infektionskrankheit zurückführen.

Der Rundgang, gegliedert in zehn Themenstationen, beginnt mit einem Einblick in die Seuchenereignisse der Menschheitsgeschichte. Mit Hilfe eines Simulations-Computers begibt sich der Entdecker in die Seuchengebiete der Welt und findet sich beispielsweise in New York im Jahr 2001 wieder. Kurz nach den Anschlägen des 11. Septembers steigt dort die Angst der Bevölkerung vor biologischem Terror, nachdem Briefe mit Milzbranderregern an führende Politiker versand wurden. Fünf Menschen ließen damals ihr Leben.

„Wir schreiben das 19. Jahrhundert …“

Weitaus mehr Leben forderte die „romantische Krankheit“ Tuberkulose. In einem Hörspiel der besonderen Art, wird dem Besucher die sogenannte „Weiße Pest“ in Verbindung mit der Romanliteratur des 19. Jahrhunderts zugänglich gemacht. Auch Verdi wird in die Erzählung mit eingeflochten und untermalt mit den Melodien der La Traviata den Geist der Zeit. Nicht zuletzt reiht sich der „Zauberberg“ von Thomas Mann in die Welt „des edlen Leidens“ – der sogenannten Schwindsucht ein. Ergänzt wird die akustische Unterweisung durch eine Informationstafel, welche die Lebensstationen Robert Kochs und seiner Weggefährten skizziert.

„zum Sehen, Hören, Mitmachen und Staunen“

Nach der neu entdeckten Symbiose von Literatur und Erreger, wird anschließend der Mensch samt seiner Mikroben unter die Lupe genommen. Eine simple Nachbildung des menschlichen Körpers erteilt bei genauer Beobachtung mit einer Lupe, Auskunft über die vorherrschenden Mikrobe der einzelnen Körperregionen. So findet man zum Beispiel in der Magenregion den Auslöser des Magengeschwürs – das Bakterium Helicobacter pylori.

„Das Recht auf gesundes Wasser“

Weitere Informationswände stellen den Ursprung, die Verbreitung und die Auswirkungen von Seuchen und deren Erregern, wie beispielsweise der AIDS-Epidemie, deren Anfänge man in den 80er Jahren datiert dar. Die Ausstellung unterstreicht, durch die enge Verbindung der sozialen Misständen mit den Krankheitserregern, die Dringlichkeit der Infektionsforschung in der globalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. So sind die Tropischen Infektionen untrennbar mit der vorherrschenden Armut in den Ländern der dritten Welt verbunden; zu Recht wird getitelt: „Der Bruder der Krankheit ist die Armut“. Mit diesem Konzept ist es den Veranstaltern gelungen, den aufklärerischen Aspekt der Ausstellung hervorzuheben und das nötige Bewusstsein für den öffentlichen Gesundheitsschutz zu stärken.

„Was kann ich tun?“

Zum Ende des Rundgangs werden dem Besucher präventive Maßnahmen zur Hygienesicherung und somit zur Vermeidung von Infektionen vorgestellt.

http://www.zfmk.de/
http://www.menschmikrobe.de/

Autor: Melanie Mohr

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