Kultur

Muttis Kinder zu Gast in Bonn

12.Dezember 2011


Zum Abschluss des 16. Pantheon A Capella Festivals gab es mit dem Trio noch ein besonderes Sahnebonbon, das eine großartige Mischung aus A Capella und Comedy präsentierte.

Ein Bericht von Ronny Bittner

 

Muttis Kinder im Bonner Pantheon - Foto: Ronny Bittner

Muttis Kinder im Bonner Pantheon - Foto: Ronny Bittner


Das Pantheon Theater war gut gefüllt an diesem Abend und das Publikum setzte sich aus allen Altersschichten zusammen. Wer A Capella Musik für irrelevant oder gar minderwertig erachtet, der konnte an diesem Abend sein stimmgewaltiges Wunder erleben.

 

Sieht erstmal alles ganz einfach aus

Der Versuchsaufbau erscheint zunächst schlicht: Ein Mikrofon, eine Wasserflasche, drei Handtücher und drei dazugehörige Sänger. Christopher Nell, Claudia Graue und Marcus Melzwig tragen Coverversionen von bekannten und weniger bekannten Stücken vor. Aber wie!

Wie aus einem Guss harmonieren die drei Stimmen miteinander, reiben und umgarnen sich. Eine wohlige Gänsehaut stellt sich ein bei so viel Wohlklang. Dabei singen sie aber auch verschiedene Instrumente der Lieder und geben ihnen so jeweils ihren individuellen Charakter. Auch werden verschiedene Lieder stimmungsvoll verknüpft und ansatzlos ändern sich die Stimmungen.

 

A Capella meets Comedy

Was das Publikum aber vollends zu Begeisterungsstürmen antreibt, ist das komödiantische Talent der drei, das sie bei ihren Interpretationen unter Beweis stellen. So gibt Sängerin Claudia bei „Wicked Game“ beispielsweise die unerwiderte Liebende und Basssänger Marcus beklagt sich zum Ende des Liedes, dass man doch auch einmal etwas anderes spielen könnte. So erscheint der Name „Muttis Kinder“ als Beschreibung des kindlichen Verhaltens, aber bei genauerem Blick wird deutlich, dass alle drei wie Geschwister miteinander harmonieren.

Das Repertoire der Drei reicht über 80er-Elektro, Beatles, Amy Winehouse, Queen oder auch Queen Bee bis hin zu Schlagern. Höhepunkt des Abends ist zweifelsfrei das Solo von Christopher Nell der nach der Pause allein die Bühne betritt und vom Publikum zu einem Solo herausgefordert wird. Er singt Queens Klassiker „Bohemian Rhapsody“. Allein. Mit allen Instrumenten. Ja, auch die Gitarrensoli. Man muss es gesehen haben, um es tatsächlich glauben zu können.

Erst nach der dritten Zugabe entlässt das klatschende, trampelnde und johlende Bonner Publikum das Trio in die fortgeschrittene Nacht. Nach etwas Übung habe auch ich wieder meinen Mund zubekommen können und freue mich auf den nächsten Auftritt der „Kinder“ in der Hoffnung, sie mögen nie erwachsen werden.

 

Links:

Offizielle Seite von Muttis Kinder

Pantheon Theater Bonn

 

 

 

 

 

 

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