Wahlzeit Spezial - Ein ehrgeiziges Projekt

Wahlzeit Spezial-Teamleiterin Tanja Schmidt berichtet über das Projekt zur Bundestagswahl 2009.

Warum hast du das Projekt "Wahlzeit" bei bonncampus 96,8 gestartet?

Wenn so etwas Großes wie eine Bundestagswahl ansteht, dann kann man einfach nicht anders, als auch drüber berichten zu wollen. Zumal das Thema enorm viel hergibt und wir als Uniradio eine ganz wichtige Zielgruppe ansprechen nämlich die Jungwähler. Für unsere Zuhörer ein gutes Programm zu liefern und sich auch kreativ austoben zu können, das war Motivation pur!

Wie waren die Vorbereitungen für die Wahl-Berichterstattung?

Im Vorfeld zur Bundestagswahl habe ich mich gemeinsam mit motivierten Kollegen aus der Redaktion zusammengesetzt, um ein Konzept für die Berichterstattung auszuarbeiten. Unparteiisch sollte sie möglichst sein, gleichzeitig aber informativ, unterhaltsam und vor allem wahlmotivierend. Umfrage- und Interview-Themen wurden ausgearbeitet und an unsere Reporter verteilt; Wahlaufrufe wurden geschrieben
und eingesprochen - an Themen und Arbeit hat es uns eigentlich nie gemangelt.

Du hast ja nicht nur die Spezialsendungen am Wahl-Sonntag selbst, sondern auch jede Menge Beiträge fürs reguläre Programm organisiert, die bereits vorher liefen. Was wurde denn alles gesendet?

Thematisch waren wir sehr breit angelegt. Wir hatten einiges an Umfragen zu den ganz unterschiedlichsten Themen, wie zum Beispiel "Welche Wahlversprechen hälst du für uneinlösbar?", "Wer von den Promis hat deiner Meinung nach das Zeug zum Bundeskanzler?" oder ganz allgemein "Was stört dich am Wahlkampf?". Interviews waren ein weiterer wichtiger Bestandteil des Programms, so hatten wir unter anderem eine Interview-Reihe, in der verschiedene ausländische Studierende über die Wahlen in ihren Heimatländern berichteten.

Verschiedene Wahlaufrufe, teils lustig, teils ernst, rundeten das Programm ab - mit ihnen wollten wir vor allem die Leute draußen dazu motivieren, wählen zu gehen. Und am Wahlsonntag selbst, da gab es dann noch neben den beiden Wahlzeit-Sendungen ein Mixtape-Spezial: eine Stunde voll gepackt mit den besten politischen Songs und ihren Hintergründen.

Wie lief die Arbeit mit deinem Team?

Sehr gut! Als Team-Leiter und Moderator ist man immer nur so gut, wie die Leute, die einen im Team unterstützen. Man kann viele Ideen haben, für ihre Umsetzung braucht man dann aber eben auch Unterstützung. Und was das betrifft, konnte ich wirklich auf die Besten zurückgreifen!

Da zu der Zeit Semesterferien waren, waren wir ein doch eher kleines Team, dafür aber umso motivierter. Es fand sich eigentlich immer wer, wenn es darum ging mit Mikro und Aufnahmegerät loszutigern, um O-Töne einzufangen, oder um im Studio Texte einzusprechen. An dieser Stelle daher an alle Beteiligten ein ganz dickes Dankeschön!

Wie war es für dich, am Wahlsonntag live on air zu sein?

Genial! Ich fand einfach die Idee spannend, dass wir bis zur letzten Minute noch die Chance nutzten bei unseren Zuhörern Interesse für die Wahlen zu wecken und vielleicht den ein oder anderen doch noch für den Gang zur Urne zu motivieren. Keine Ahnung, ob es funktioniert hat, aber für mich war es in jedem Fall ein enormer Ansporn mein Bestes zu geben.

Aufregung war natürlich auch mit im Spiel. Es waren meine ersten beiden Sendungen als Moderator und ich war so nervös wie nur was. Zum Glück hatte ich sowohl in der Morgensendung, als auch am Nachmittag mit Amrei Risse und Conny Rottach fantastische Unterstützung an meiner Seite - an die beiden geht mein ganz großes Extra-Dankeschön!


Was waren für dich die Highlights der Sendung und warum?

Mein persönliches Highlight der beiden Wahlzeit-Sendungen war zum einen das Interview mit einem Zeitzeugen der ersten Bundestagswahl. Mein Interviewgast war Jahrgang 1915 und ich fand es einfach unglaublich faszinierend mit ihm über die ersten Bundestagswahlen 1949 zu sprechen. Die persönlichen Einblicke, die er liefern konnte, kann mir kein noch so gutes Geschichtsbuch ersetzen!

Ein weiteres Highlight war mein Interview mit einer chinesischen Doktorandin über die Basiswahlen in China. Es gab einem einfach die Möglichkeit, einen, wenn auch nur kurzen Einblick in eine ganz andere Kultur zu werfen.

Tja, und last but not least war da natürlich noch der Wahl-O-Mat im "Schröder-Test". Das Einsprechen dieses Takes im Studio mit unserem Stimmenimitator Christian von Holt hat einen riesen Spaß gemacht - ich konnte vor
Lachen nur schwer an mich halten. War einfach genial!

Bist du mit dem Ergebnis zufrieden?

Ja. Zu 100 Prozent! Andernfalls hätte ich es auch nicht zum W(ahl)-Award eingeschickt. Natürlich gab es hier und da bei der Live-Sendung den ein oder anderen Versprecher oder kleineren Patzer, aber so was gehört halt einfach auch dazu.

Was bedeutet die Auszeichnung der bpb für dich?

Für mich persönlich? Unheimlich viel! Ich kann es bis jetzt immer noch nicht so ganz fassen, dass es wirklich geklappt hat… Ich hatte, ganz ehrlich, einfach nicht damit gerechnet. Nicht etwa, weil ich unsere geleistete Arbeit als nicht so gut empfand, sondern vielmehr, weil ich genau wusste, dass die Konkurrenz extrem groß und vor allem erstklassig war. Umso größer ist jetzt natürlich die Freude, dass es geklappt hat. Es zeigt, dass man auch als Redakteur und Reporter beim Uni-Radio einiges bewegen kann.


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