Bonner Karnevals-Kult: Die Wäscherprinzessin

Prinzen und Prinzessinnen gibt es an Karneval in Hülle und Fülle. Eine Wäscherprinzessin gibt es aber nur einmal – und zwar in Bonn Beuel. Frei nach dem Motto „Laach on danz on bütz on sing - jecke Tön en Beuel am Rhing“ regiert Lara I. in der Karnevals-Saison 2009/2010 ihren jecken Hofstaat.

Wie alles anfing...

Im Jahr 1924 wurde in Beuel zum ersten Mal Weiberfastnacht gefeiert – und zwar von Wäscherinnen. Zuvor waren diese Freuden lediglich den Männern gegönnt.

Die erste Wäscherprinzessin gab es deutlich später, nämlich vor 52 Jahren. Anfangs waren es auch tatsächlich noch echte Wäscherinnen, die zur Prinzessin gewählt wurden. Da der Beruf heutzutage quasi ausgestorben ist, sieht man das mit dem Beruf nicht mehr so eng. Die einzige Voraussetzung: Die Wäscherprinzessin muss aus einem der inzwischen 16 Damenkomitees in Beuel stammen.


Der Sturm aufs Rathaus

Weiberfastnacht, 12 Uhr, Beuel: Das Rathaus wird von vielen kostümierten Menschen gestürmt. Die wichtigste: Lara I., Wäscherprinzessin. Die muss sich nämlich in einem verbalen Gefecht mit dem OB messen.

Den Sturm aufs Rathaus kann die Wäscherprinzessin natürlich nicht alleine bewerkstelligen. Unterstützt wird sie ganz besonders von der so genannten Obermöhn. Eine Möhn ist ursprünglich einfach eine verheiratete Frau. Die Obermöhn ist immer die Präsidentin des Alten Beueler Damenkomitees, eben diesem ersten Komitee, mit dem alles anfing.

Außerdem hat die Wäscherprinzessin beim Sturm aufs Rathaus noch ihr Damenkomitee bei sich, bestehend aus zwei Wäscherinnen, die ihr jederzeit zur Seite stehen, sowie zwei Adjutanten der Beueler Stadtsoldaten, die sogenannten Bützoffiziere.

Autor: Lisa Mattil


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