Valentinstag: Zwischen Kommerz und Leidenschaft

Foto: knipseline / PIXELIO

Böse Zungen behaupten, der Valentinstag sei eine Erfindung von Fleurop oder der Schokoladenindustrie. Doch das hilft nichts. Am 14. Februar ist es wieder so weit.

Die Frauen unter uns dürfen erwartungsvoll und sehnsüchtig, überrascht oder auch beschämt Blumen und kitschige Karten entgegen nehmen. Auch die Männer werden gerne mal beschenkt und wehe dem, der den Tag der Liebenden dann vergessen hat!

Faktencheck Valentinstag: Woher kommt der Brauch?

Traditionelles Brauchtum oder nur Kommerz? Der Sage nach gab es im 3. Jahrhundert nach Christus in der italienischen Stadt Terni einen Bischof namens Valentin. Dieser Bischof traute trotz Verbot des Kaisers einige Verliebte, darunter auch Soldaten. Außerdem soll er den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt haben.

Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Sage nach unter einem besonders guten Stern gestanden. Doch auf Befehl des Kaisers Claudius wurde Valtentin am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Es gibt noch eine Erweiterung der Sage, die seinen Todestag mit dem römischen Fest Lupercalia zusammenbringt, welches auf den 14. Februar fiel. Das war der Feiertag der römischen Göttin Juno, also der Frau des Jupiter und Schutzpatronin der Ehe. Junge Mädchen gingen an diesem Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen. Auch die jungen Männer hatten es wesentlich leichter als heute.

Sie zogen an diesem Tag Lose, auf denen die Namen der noch ledigen Frauen standen. Die so gelosten Pärchen gingen dann mit einander aus und so manche sollen sich in einander verliebt haben. Ehemänner schenkten ihren Frauen an diesem Tag übrigens wieder einmal Blumen.

In Japan schenken weibliche Angestellten den Vorgesetzten Schokolade

Natürlich bleibt da noch die Frage zu klären, wie wir zu den kleinen Geschenken, mit Herzen verzierten Kärtchen und den romantischsten aller Gedichte kommen. Diese Sitte haben wir wie Halloween den Amerikanern zu verdanken - aber auch den Engländern. Dort wurden die Beziehungen der Geschlechter stärker durch bedeutsame Tagesdaten markiert und nach dem Krieg kam diese Form der Liebesbekundungen auch zu uns.

Die einen sagen nun, man brauche keinen festen Tag, um sich der Liebe zu versichern, andere würden ihn am liebsten in Frankreichs Stadt der Liebe zelebrieren und wieder andere finden ihn schlichtweg blöd. Wer unter den Damen aber auf den Kommerzzwang schimpft, sollte wissen, dass in Japan die weiblichen Angestellten am Valentinstag ihren Vorgesetzten Schokolade schenken. Dann doch lieber selber Schokolade und Blumen bekommen.

Autor: Patricia von Berg


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