Vorerst keine Vertragsverlängerung für Löw
Was vor Wochen als Formsache schien, gestaltet sich nun zum handfesten Machtkampf. Ganz Fußball-Deutschland atmete auf, als im Dezember DFB-Präsident Theo Zwanziger vor die Kameras trat und die Vertragsverlängerung seines Bundestrainers Joachim Löw bekannt gab.
Allerdings einigte man sich nur per Handschlag. Was dieser wert war, stellte sich gestern im DFB-Präsidium heraus. Schon während der Sondersitzung der DFB-Spitze, sickerte durch, dass es womöglich Komplikationen bei der, als Formsache betrachteten, Vertragsverlängerung von Joachim Löw und seinem Stab geben könnte.
Dass es aber so endete, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet. Die Verhandlungen wurden ergebnislos vertagt. Kein neuer Vertrag für Löw vor der WM!
Was war passiert? Zum einen, war der Machtkampf zwischen Teammanager Oliver Bierhoff und Sportdirektor Matthias Sammer wieder Thema. Bierhoff fordert schon seit längerem ein Mitbestimmungsrecht in Sachen U-21, um die Nationalmannschaft mit jungen Talenten zu ergänzen. Hier überschneiden sich aber die Interessen der beiden. Sammer, in der Funktion eines Jugend-Koordinators, ist es dagegen primär daran gelegen, die Jugendspieler für die Jugendmannschaften zu gewinnen, um möglichst konkurrenzfähig zu bleiben.
Darüber hinaus forderte Bierhoff ein Veto-Recht bei der Wahl eines Nachfolgers von Joachim Löw. Nach dem Vorbild vieler Bundesliga-Klubs, müssten sich Präsident und Manager demnächst über einen Nationaltrainer einig sein, bevor dieser seine Dienste antritt.
Weitere Differenzen kamen in finanzieller Hinsicht zutage. Angeblich forderte Bierhoff im Gegenzug für die Vertragsunterzeichnung eine einmalige Bonusprämie in Höhe eines Jahresgehalts. Alleine im Falle des Bundestrainers wären das etwa drei Millionen Euro.
All dies schien die DFB-Offiziellen gestern nicht akzeptieren zu wollen und so verschoben sie weitere Gespräche in den Zeitraum nach der WM. Negative Auswirkungen auf Team und Trainerstab im Hinblick auf die anstehende Weltmeisterschaft in Südafrika, wurden jedoch von allen Seiten dementiert.
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